Lübbecke · Religion & Faith
St.-Andreas-Kirche Lübbecke
St.-Andreas-Kirche Lübbecke
Die St.-Andreas-Kirche in Lübbecke, eine romanisch-gotische Hallenkirche im Nordosten Nordrhein-Westfalens.
Die St.-Andreas-Kirche in Lübbecke ist eine dreischiffige romanisch-gotische Hallenkirche, die im Nordosten Nordrhein-Westfalens am Nordhang des Wiehengebirges steht. Ihr Name leitet sich von Heiligen Andreas, einem der zwölf Jünger Jesu, ab, nach dem sie benannt wurde. Die Ursprünge der Stadt Lübbecke, die auf die germanische Siedlung Hlidbeki zurückgehen, finden sich an diesem Ort. Die heutige Kirche ist ein Nachfolgebau der ersten Holzkirche, die bereits um 775 hier gestanden haben soll. 1233 wird die Andreas-Kirche zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1279 erhöhte man den Turm der Kirche aus militärischen Gründen und verband sie mit einem Kollegialstift, dem sogenannten Andreasstift. Das Stift umfasste sechs Kanonikate und neun Vikarien und war reich mit Ländereien ausgestattet. Seine Aufgaben lagen im gottesdienstlichen Leben, umfassten darüber hinaus aber besonders den karitativen Bereich: die Kranken- und Altenpflege. 1350 wurde die Kirche um die gotischen Seitenschiffe erweitert. Die Reformation hat im Lübbecker Land früh ihren Einzug gehalten. Der Dreißigjährige Krieg brachte über Lübbecke wie über das ganze umgebene Land große Not. Doch sehr bald kam es unter dem Einfluss des Pietismus zu einem regen kirchlichen Leben. 1804 ordnete der letzte Stiftsdekan, Karl von Varendorf, einen allgemeinen Verkauf aller Wertsachen der St.-Andreas-Kirche an. Sämtliche Grabsteine, die den Boden der Kirche bedeckten, wurden ausgehoben und als Treppenstufen, Scheunenpflaster und Futtertröge in der Stadt verwendet. Alle Altäre der Kirche, elf aus dem Mittelalter und zwei aus der reformatorischen Zeit, wurden abgerissen. Die noch vorhandenen Grabsteine und Epitaphien verdanken ihre Erhaltung allein dem Einspruch der Nachkommen der Verstorbenen. Die Standbilder in der Kirche, das Pest- und Triumphkreuz, ein gotisches Sakramentshaus von 1499, sämtliche Abendmahlsgeräte bis auf eine Patene, einen Kelch und eine Kanne fielen dem Bildersturm der Aufklärung zum Opfer. 1961 wurde die Kirche restauriert. Das im vergangenen Jahrhundert in die Ostwand des Chores eingebrochene Fenster wurde geschlossen, die romanischen Fenster im Chor und in den Ostwänden des Querschiffes wieder auf die ursprünglichen Maße geöffnet. Im Chorraum legte man romanische Fresken aus dem Mittelalter frei, die an der Nord- und Südwand noch teilweise gut erhalten sind. Künstlerische Schätze sind das Triumphkreuz im Chorraum und das holzgeschnitzte Abendmahlsrelief aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche hat heute vier Glocken, deren älteste 1508 gegossen wurde. Weitere Informationen unter www.kirchengemeinde-luebbecke.de.
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