Stuttgart · Art
Stuttgarter Künstlerbund
Der Stuttgarter Künstlerbund ist ein eingetragener Verein bildender Künstler und gilt als ältester Künstlerbund Deutschlands, gegründet 1898. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1876 zurück, als sich Schüler der Stuttgarter Kunstschule zur sogenannten „Tafelrunde“ zusammenschlossen. Diese Gruppe traf sich regelmäßig und verfasste reich illustrierte Zeitungen, von denen noch fünf Bände erhalten sind. Viele Mitglieder der Tafelrunde wurden später Teil des Künstlerbundes. Eine bedeutende Rolle in der Gründungsgeschichte spielte Graf Leopold von Kalckreuth, der 1898 nach Stuttgart berufen wurde und den Bund ins Leben rief. Erster Vorsitzender war von Kalckreuth selbst, der zuvor bereits in Karlsruhe einen ähnlichen Künstlerbund etabliert hatte. Der Verein trat früh durch Ausstellungen in Erscheinung, zunächst in den Räumen der Königlichen Galerie. Gemeinsam mit der Stuttgarter Kunstgenossenschaft beschickte man 1904 die Dresdner Gesamtausstellung. Der Künstlerbund setzte sich erfolgreich für den Bau eines eigenen Kunstgebäudes am Schloßplatz ein, das 1913 eingeweiht wurde und Räume für Ausstellungen, Klubräume und eine Kegelbahn umfasste. In den Anfangsjahren fanden zahlreiche Ausstellungen in Stuttgart und anderen Städten statt, darunter Gedächtnisausstellungen für Künstler wie Otto Reiniger und Hermann Pleuer. Der Künstlerbund durchlief in der Zeit des Nationalsozialismus eine Gleichschaltung, blieb aber bestehen. Bis heute ist er eine feste Institution der Stuttgarter Kunstszene.
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