Garz/Rügen · Choir
Gewerbe-Verein Garz
Gewerbe-Verein Garz
Gewerbe-Verein Garz, ein historischer Verein in der ältesten Stadt Rügens. (69 Zeichen)
Der Gewerbe-Verein Garz ist ein historischer Verein in der Stadt Garz/Rügen, dem ältesten Ortsteil der Insel Rügen. Die Stadt Garz besaß bereits 1319 einen städtischen Rat und eigene Gerichtsbarkeit, was sie zum 700-jährigen Jubiläum berechtigt. Seit 1353 sind zahlreiche Handwerker nachgewiesen, die sich später in mindestens sechs Gilden organisierten, darunter Schuster, Schneider, Bierbrauer, Müller, Gerber, Schlächter, Schmiede und Töpfer. Tuchhandel wurde seit 1438 erlaubt. Das enge Zusammenleben dieser Gruppen erinnert an die heutigen Straßenbezeichnungen wie Schmiede- und Töpferstraße sowie den „Kütergang“. Die Fleischer-Innung umfasste 1901 allein 19 Meister, die fünf Gesellen ausbildeten. 1873 gründete Carl Pieck in der Lindenstraße eine Fleischerei. Die Stadt hatte eine recht früh einsetzende sozialdemokratische Ausrichtung; 1874 wählten von etwa 210 Wählern fast 80% den Sozialdemokraten Carl Hirsch. Im gleichen Jahr wurde der Amtsbezirk Garz gebildet, der fast 2.000 Einwohner in mehr als 20 Ortschaften umfasste. Die Stadt Garz selbst hatte 1893 1.918 Einwohner. Vor 1900 wurden jährlich in der Kirchgemeinde Garz etwa 100 Kinder geboren, jedoch verzogen viele Einwohner und die Kindersterblichkeit war hoch. Der dreißigjährige Krieg, der Nordische Krieg und Stadtbrände führten nach einer Blütezeit zum städtischen Niedergang, der erst um 1815 endete. 1743 bestand die Stadt aus etwa 120 strohgedeckten Häusern. Besonders verhängnisvoll war die große Feuersbrunst vom 8. Mai 1765, in der mehr als 50 Häuser niederbrannten. Im Jahre 1874 gehörte Garz zu den sieben traditionellen Marktorten Rügens. 1890 wurde eine der rügenschen Molkereien mit Käsefabrikation gegründet. Zwischen 1936 und 1939 gab es wenigstens 22 größere Geschäfte, Handwerksbetriebe und Gaststätten. In der DDR-Zeit konnte diese Entwicklung nur begrenzt angeknüpft werden. Im November 1989 brach sich in Garz der allgemeine Unmut Bahn. 1992 und 1993 begann die Garzer Stadtsanierung auf einer Fläche von 27 ha. Garz war seit dem 10. Jahrhundert ein Verkehrsknotenpunkt. Im 19. Jahrhundert nahm die Stadt eine größere Bedeutung als Zentrum der Geselligkeit ein. Es gab eine Fülle an Hotels und Gasthöfen, darunter das bekannte „Hotel du Nord“. Im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung gesellig und aktiv. Der Wahlspruch „selbst ist der Mann“ war verbreitet. Es gab einen „Bürger- und Arbeiterverein“ und einen 1876 gegründeten „Gewerbe-Verein“. Bekannt waren der Männergesang-Verein und die 1747 gegründete Schützen-Gilde. Zudem gab es den militanten und nationalistischen „Krieger- und Militärverein
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